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Schüler_innen beobachten Schulprivatisierung kritisch

Die CDU/FDP Mehrheit im Rat der Stadt Braunschweig möchte für den Bürgermeister Hoffmann mehrere Schulen und KiTas der Stadt verpachten. Auch die SPD überlegt, die Schulen durch einen privaten Investor betreiben zu lassen. Die Schülerschaften, Lehrerkollegien und Eltern stellen besorgte Fragen, welche Konsequenzen die Pläne haben können, die Schulen für 25 Jahre der Privatwirtschaft zu überlassen. Öffentliche-Private-Partnerschaft (Public-Privat-Partnership, kurz: PPP) lässt den Haushalt der Stadt kurzfristig schöner aussehen, da statt Ausgaben für Schulsanierungen „nur“ die Monatsmiete anfällt. Auf die Laufzeit von 25 Jahren gerechnet, zahlt der Steuerzahler möglicherweise kräftig drauf.

Und auch die Schulen müssen sich nach anfänglicher Sanierung auf eine lange Durststrecke ohne größere Investitionen einstellen. Anstatt die Schulen durch Baumaßnahmen an zeitgemäße Pädagogik anzupassen (Ganztagsbetrieb, große Klassenräume für kleine Lerngruppen, Rückzugsnischen für Lehrkräfte und Schüler_innen), werden sie Abhängig von unbekannten Großinvestoren. Auch der Hausmeister soll verschwinden und durch einen privaten Dienst ersetzt werden. Da die Stadt in der Vergangenheit die Schulsanierung aber stark vernachlässigt hat, gibt es auch einige Stimmen, die die Schulen lieber als PPP-Versuchskaninchen sehen wollen, als den Sanierungsstau bis zur Unnutzbarkeit vor sich herzuschieben.
Die Schüler_innen der Neuen Oberschule rufen dazu auf, der Politik auf die Finger zu schauen und zahlreich der Ratssitzung am Dienstag, 22. September 2009 ab 13.30 Uhr beizuwohnen.

Bericht – Bildungsblockaden einreißen!

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ riefen genau 11.381 Schüler_innen, Studierende, Auszubildende, Eltern und Lehrkräfte auf der Demonstration „Bildungsstreik – Bildungsblockaden einreißen!“ (Danke an Heuer fürs zählen!)

Es war eine kraftvolle Demonstration gegen die gestern beschlossene Änderung des Schulgesetzes und die schlechten Bildungsbedingungen. Neben den Redner_innen berichteten auch viele Schülervertretungen über die Probleme an ihren Schulen.

Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW

Hier gehts zum Vorabbericht der Braunschweiger Zeitung.
Unsere Pressemitteilung zum Runterladen.

Mi. 17. Juni – Großdemo in Braunschweig

Unsere Forderungen wurden nicht erfüllt – jetzt geht der Bildungsstreik in die nächste Runde. Schüler_innen und Studierende haben sich auf einen gemeinsamen Termin für den nächsten bundesweiten Bildungsstreik (www.bildungsstreik2009.de) geeinigt: Mittwoch, 17. Juni 2009!
Anstatt dass unseren Forderungen nachgekommen wird, regnet es weitere Hiobsbotschaften von der Landesregierung: Den Gesamtschulen soll trotz unseres Widerstands an den Gymnasien nun ebenfalls die 13. Klasse gestrichen werden, Grundschullehrer sollen anscheinend Physik an Gymnasien unterrichten, Ganztagsschulen bekommen kein Geld für die Nachmittage, Hauptschüler sollen an die Berufsschulen und Geld gibts nur für Banken und Handwerksbetriebe – nicht für Bildung!
Bildungsstreik bei den ZDF Nachrichten heute und der ARD tagesschau.

. BZ Artikel

So bringts du deine Schule zur Demo

• Schon ab 7:00 Uhr da sein. Mit Kreide auf dem Schulweg schreiben »heute Bildungsstreik« oder ähnliches
• Transparent(e) und Megaphone dabeihaben
• Mit Musik Aufmerksamkeit erregen
• Möglichst Leute schon am Schuleingang »einfangen«: Vor der Schule stehen und Leuten erklären, dass heute alle gemeinsam zur Demo gehen – (am besten wissen die natürlich schon bescheid, weil sie beispielweise schon auf einer Aktion waren, durch Lehrer informiert wurden, Flyer verteilt wurden, Plakate und Aufkleber verklebt wurden etc.)
• Durch Megaphone Flyer vorlesen oder selbst kleine Reden halten
• Flyer und anderes Infomaterial dabei haben und verteilen, Plakate aufhängen
• Geht durch Klassenräume und erklärt, dass alle zur Demo gehen – nicht von Lehrern einschüchtern lassen! Wenn möglich Durchsage machen!
• Vor der Schule »Unterhaltungsprogramm« bieten, damit Schüler_innen herauskommen. Dafür z.B. folgendes machen: Transparentstoff und Eddings/Sprühdosen, beschreibbare Schilder etc. dabeihaben und Schüler Forderungen/Wünsche draufschreiben lassen
• Sich gegenseitig schminken
• Demospruchzettel dabei haben, verteilen und gemeinsam üben
• Durch ein Megaphon Ansagen machen: erklären wie es weiter geht etc.
• Aus Müllbeuteln Streikwesten machen z.B.: »Gymnasium Xyz ist im Streik«
• Sich vorher überlegen, ob man noch ein zwei andere Schulen abholen kann: Dann mit einigen durch die Klassen laufen, andere gestalten ein »Unterhaltungsprogramm«

AK Schulstreik verhandelte mit Ministerin Heister-Neumann!

Die Ministerin hat sich nicht zu öffentlichen Verhandlungen in Braunschweig bereit erklärt und deshalb informiert der AK Schulstreik hier per Pressemitteilung über die Verhandlungen zu den Forderungen der Demonstration, die im Ministerium in Hannover stattgefunden haben.

Verhandlungen in Hannover

Unsere Demonstration war ein voller Erfolg!

Rund 10.000 Schüler_innen haben in Braunschweig fröhlich und kreativ gegen Lehrermangel, Stundenausfälle und Bildungsgebühren demonstriert! Die Schüler_innen hatten zahlreiche Transparente mitgebracht und unterstützten die Forderungen lautstark: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Die Pressemitteilung des AK Schulstreik ist hier zu lesen. Der Artikel der Braunschweiger Zeitung hier.

Ein Video mit Interviews von der Demo und vielen Fotos hat der Timo von den Falken für uns gebaut. Auf deren Internetseite gibt es auch viele Fotos von der Demo. Die kommerzielle Nutzung ist verboten. Weiteres Video auf newsclick.

Die Schüler_innen der Jugendgruppe „Die Falken“ haben gemeinsam mit der Gruppe „Reimheit“ ein Musikvideo zur Demo gedreht. Das Lied der wurde auf der Demonstration „Bildungsblockaden einreißen!“ uraufgeführt.

Rechtliche Hinweise

Die „Rechtlichen Hinweise“ haben wir mit der Vefügung der Landesschulbehörde erweitert und um die Unterseite „Rechtliche Probleme – was tun?“ ergänzt.
Wer Probleme an seiner Schule aufgrund der Demoteilnahme hat, bekommt beim Landesschülerrat Hilfe: demo@lsr-niedersachsen.de