Schüler_innen beobachten Schulprivatisierung kritisch

Die CDU/FDP Mehrheit im Rat der Stadt Braunschweig möchte für den Bürgermeister Hoffmann mehrere Schulen und KiTas der Stadt verpachten. Auch die SPD überlegt, die Schulen durch einen privaten Investor betreiben zu lassen. Die Schülerschaften, Lehrerkollegien und Eltern stellen besorgte Fragen, welche Konsequenzen die Pläne haben können, die Schulen für 25 Jahre der Privatwirtschaft zu überlassen. Öffentliche-Private-Partnerschaft (Public-Privat-Partnership, kurz: PPP) lässt den Haushalt der Stadt kurzfristig schöner aussehen, da statt Ausgaben für Schulsanierungen „nur“ die Monatsmiete anfällt. Auf die Laufzeit von 25 Jahren gerechnet, zahlt der Steuerzahler möglicherweise kräftig drauf.

Und auch die Schulen müssen sich nach anfänglicher Sanierung auf eine lange Durststrecke ohne größere Investitionen einstellen. Anstatt die Schulen durch Baumaßnahmen an zeitgemäße Pädagogik anzupassen (Ganztagsbetrieb, große Klassenräume für kleine Lerngruppen, Rückzugsnischen für Lehrkräfte und Schüler_innen), werden sie Abhängig von unbekannten Großinvestoren. Auch der Hausmeister soll verschwinden und durch einen privaten Dienst ersetzt werden. Da die Stadt in der Vergangenheit die Schulsanierung aber stark vernachlässigt hat, gibt es auch einige Stimmen, die die Schulen lieber als PPP-Versuchskaninchen sehen wollen, als den Sanierungsstau bis zur Unnutzbarkeit vor sich herzuschieben.
Die Schüler_innen der Neuen Oberschule rufen dazu auf, der Politik auf die Finger zu schauen und zahlreich der Ratssitzung am Dienstag, 22. September 2009 ab 13.30 Uhr beizuwohnen.